ProVI OLA macht die Oberleitungsplanung zum Teil der integrierten Bahnplanung.
ProVI OLA ist ein neues Modul für die Oberleitungsplanung. Wir stellen es OLA-Planern erstmals auf der InnoTrans 2026 vor.
Bislang wird eine Änderung an Gleislage oder Trassierung oft erst beim nächsten Datenaustausch für alle Gewerke sichtbar. Im gemeinsamen Modell von ProVI wird daraus kein neuer, isolierter Planungsstand mehr: Auswirkungen sind sofort über Verkehrsanlage, Leit- und Sicherungstechnik und Oberleitung hinweg erkennbar.
Eine neue Weichenverbindung erscheint zunächst wie eine überschaubare Maßnahme. Tatsächlich wirkt sich die veränderte Gleisgeometrie auf mehrere Gewerke aus.
Verkehrsanlage: Die neuen Weichen und das Verbindungsgleis verändern die bestehende Trassierung. Schon kleinere Verschiebungen der Gleisachse können angrenzende Planungsobjekte betreffen.
Leit- und Sicherungstechnik: Signalstandorte, Achszähler, Weichenantriebe und Kabelwege müssen überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Daraus entstehen zugleich neue Anforderungen an den Kabeltiefbau.
Oberleitung: Bestehende Maststellungen, Ausleger und Kettenwerke können mit der neuen Gleisgeometrie kollidieren. Unter Umständen müssen dadurch ganze Kettenwerksabschnitte angepasst werden.

Mit ProVI arbeiten Verkehrsanlage, Leit- und Sicherungstechnik und Oberleitung in einem gemeinsamen, assoziativen Modell. Die fachliche Trennung der Gewerke bleibt bestehen, ihre Planungsobjekte und Abhängigkeiten werden aber auf einer durchgängigen Datengrundlage abgebildet.
Planungselemente sind darin keine reine Geometrie, sondern parametrische, objektorientierte Fachobjekte mit eigenen Eigenschaften und Beziehungen, zum Beispiel:
Verschiebt sich die Gleislage, werden die Auswirkungen auf angrenzende Objekte und Gewerke frühzeitig sichtbar. Konflikte lassen sich so bereits während der Planung erkennen, nicht erst beim nächsten Datenaustausch oder beim Zusammenführen unterschiedlicher Planungsstände.
Mit ProVI OLA werden Maststellungen, Ausleger und Kettenwerke als parametrische Fachobjekte direkt im gemeinsamen Modell geplant — im unmittelbaren Zusammenhang mit Trassierung, Signalstandorten und Kabeltrassen. Ändert sich die Gleisgeometrie, zeigt das Modell, welche Elemente der Oberleitung betroffen sind.



Der größte Fortschritt bei der Planung entsteht, wenn Änderungen für alle Beteiligten sofort sichtbar werden und sich ohne Medienbrüche weiterverarbeiten lassen. Genau darin liegt der eigentliche Vorteil einer modellbasierten und integrierten Planung.
Holger Knippschild
Leiter Infrastruktur Schiene, SSF Ingenieure AG,
und Geschäftsführer der SSF SysRail GmbH
Das gemeinsame Modell führt die Planungsobjekte der drei Hauptgewerke zusammen. Änderungen der Trassierung lassen sich dadurch direkt im Zusammenhang mit Signalstandorten, Maststellungen, Auslegern, Kettenwerken und Kabeltrassen betrachten.
Die Kabeltrassenplanung bildet dabei ein verbindendes Querschnittsgewerk: Der Kabeltiefbau — Betontröge, Schächte, Querungen — stammt aus der Verkehrsanlage, die darin geführten Kabel aus LST, Oberleitung und künftig weiteren Ausrüstungsgewerken. So entsteht eine konsistente Planung auf einer gemeinsamen Datengrundlage.